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Postergeschichten

Sonja

"Machen, was zählt" - Sonja ist Mathematikerin und entwickelt Algorithmen, um neue medizinische Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Sonja: Machen, was zählt

Foto Sonja Föhst

Steckbrief

Name: Sonja

Jahrgang: 1987

Studiengang: Mathematik

Beruf: Promotionsstudentin

Arbeitgeber: Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM

Was noch? Seit 2015 Mutter einer hinreißenden Tochter :)

Interview

Warum hast du dich für das Mathe-Studium entschieden?

Ich mochte schon immer knifflige Rätsel. Im Studium habe ich gelernt, Probleme zu formulieren und anschließend zu lösen. Die AG Optimierung sollte zum Beispiel mal herausfinden, wie man ein Stadion möglichst schnell evakuieren kann – solche Aufgaben finde ich faszinierend!

Was kann man mit einem Mathematikabschluss alles machen?

Mathematik hat sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Natürlich kann man sich Richtung Finanzsektor orientieren. Auch bei Unternehmensberatungen sind Mathematikerinnen und Mathematiker gerne gesehen. Viele große Unternehmen wie BASF, Bahn oder Bosch suchen immer wieder Personen mit einem Matheabschluss. Die Bahn z.B. zur Erstellung und Optimierung ihrer Fahrpläne. Oder man geht, so wie ich, in die Forschung.

Woran arbeitest du gerade?

Ich entwickle Algorithmen, die die Struktur des Gefäßsystems erfassen und beschreiben. Wenn Organe wie Lunge oder Leber vernarben, werden sie immer schlechter mit Sauerstoff versorgt. Diese Vernarbung lässt sich nicht rückgängig machen, es sei denn, jemand findet heraus, wie die zugehörigen Prozesse genau ablaufen. Dann ließe sich vielleicht eine Therapie ableiten, mit der sich die Vernarbung verlangsamen oder sogar verhindern ließe. Im Augenblick konzentriere ich mich auf Strukturen in Leber und Lunge, die Algorithmen lassen sich jedoch beliebig übertragen.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten und was am wenigsten?

Ich finde meine Arbeit spannend, weil sich die Themen von Projekt zu Projekt ändern, je nach Projektpartner. Wäre ich in den Automobil-, Banken- oder Versicherungssektor gegangen, ginge es immer nur um ein Thema. Tatsächlich bin ich aktuell die Einzige in meiner Abteilung, die ein medizinisches Thema bearbeitet. Ich wollte immer etwas Sinnvolles mit Mathematik machen, deshalb hat mich das Thema sofort angesprochen.

Gibt es auch eher lästige Pflichtaufgaben?

Natürlich nicht :-D Es fällt mir tatsächlich schwer, auf diese Frage zu antworten. Denn meine Aufgaben sind sehr abwechslungsreich. Nicht nur, dass sich die Projekte ändern, sondern ich arbeite manchmal konkret an der Mathematik oder ihrer Umsetzung (Programmieren). Manchmal aber auch an wissenschaftlichen Publikationen, was wiederum ganz andere Herausforderungen mit sich bringt.

Wie gehst du ein neues Projekt an?

Zuerst wird mit dem Projektpartner gemeinsam besprochen, was er gerne herausfinden möchte. Danach erstellt man gemeinsam einen Plan, in welcher Reihenfolge die Aufgaben zu erledigen sind.
Und dann fängt man einfach an. Zwischendurch tauchen oftmals neue Aspekte, manchmal auch Probleme auf, die man mit seinem Projektpartner bespricht und löst.

Bist du in deiner Arbeit schon einmal auf eine Sackgasse gestoßen oder hast eine völlig falsche Richtung eingeschlagen? Wie bist du da raus gekommen?

Ich kann mich immer wunderbar mit den Kolleginnen und Kollegen austauschen. Wenn mir mal gar nichts mehr einfällt, dann gehe ich auf den Flur, hole mir einen Kaffee und suche mir jemanden, mit dem ich drüber reden kann – dabei kommt immer eine Idee. Ich profitiere hier am ITWM von einer sehr guten und engmaschigen Betreuung. Ich treffe mich wöchentlich mit meinen beiden Betreuerinnen von ITWM und Universität und spreche über den aktuellen Stand meiner Arbeit. So fallen auch Sackgassen früh auf und meine Betreuerinnen haben immer einen guten Rat/neuen Ansatz für mich.

Hast du einen Rat für Schülerinnen, die gerade über ein Mathe-Studium nachdenken?

Macht es einfach. Man kann sich endlos beraten lassen und Infoveranstaltungen besuchen – am Ende kann nichts davon wiedergeben, wie es wirklich ist. Gebt euch zwei oder drei Semester Zeit. Das ist keine verlorene Zeit, denn selbst wenn ihr wechselt, könnt ihr euch die Mathe-Scheine in vielen anderen Fächern anrechnen lassen.

Mathe ist…

…extrem vielfältig und abwechslungsreich.

Interview: Ines Bruckschen und Claudia Schnell

Das Poster kann im Materialcenter kostenlos bestellt und heruntergeladen werden.

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