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Technik

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Interview von Nicole

Die 43jährige Nicole Kositza studierte und promovierte an der RWTH Aachen im Bereich Maschinenbau mit Schwerpunkt Regelungstechnik. Heute arbeitet sie als Verkaufsleiterin bei der ETAS GmbH und schätzt an ihrem Beruf vor allem die vielfältigen Herausforderungen.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren? Haben Sie erst eine andere Richtung eingeschlagen?

Ich habe zunächst eine Ausbildung als Mathematisch-technische Assistentin absolviert, da ich alleine mit den Schulerfahrungen nicht sicher war, welches das beste Fach für mich wäre. Es sollte aber irgendetwas mathematisches, naturwissenschaftliches oder ingenieurtechnisches sein. Während der Ausbildung war ich an der FH Aachen im Bereich Chemieingenieurwesen angestellt und kam sehr viel mit Mess-, Steuer- und Regelungstechnik in Berührung. Die Regelungstechnik als mathematisch orientierte Ingenieurswissenschaft hat mich direkt fasziniert. Da mir gleichzeitig die Mechanik deutlich mehr lag als die Elektrotechnik oder Physik, entschied ich mich für das Maschinenbaustudium in Aachen und vertiefte mich in Richtung Regelungstechnik.

Hatten Sie vor oder während des Studiums bereits praktische Erfahrungen in Form von Nebenjobs, Ferienjobs, Teilnahme am Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag, Praktika, Werkstudentinnentätigkeiten?

Während der Ausbildung programmierte ich größtenteils mathematische Algorithmen für die MSR-Labore. Während des Studiums habe ich als studentische Hilfskraft im Messtechnik-Labor des Lehrstuhls für Maschinenelemente gearbeitet und z.B. Messverfahren für Kupplungen entwickelt und programmiert.

Waren Sie in bestimmte Netzwerke oder Hochschulprogramme involviert, die Sie unterstützt haben?

Ich hatte ein Stipendium von IBM für Frauen in technischen Studiengängen. Seit dem Studium bin ich aktives Mitglied des deutschen Ingenieurinnenbundes in Aachen.

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt, ob sie in einem MINT-Fach studieren soll?

Mach das, was Dir Spaß macht! Das Arbeitsleben ist zu lang und zeitintensiv, um etwas zu wählen, was man eigentlich gar nicht möchte. Und wenn mehreres in Frage kommt, dann wähle das, womit du dir am ehesten Deinen Lebensunterhalt verdienen kannst.

Wo arbeiten Sie heute?

Ich arbeite bei der ETAS GmbH, einer 100% igen Bosch-Tochter. Dort bin ich Gruppenleiterin im Verkauf und habe neben der Führungsaufgabe auch eigene Kunden, die ich direkt betreue.

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit und wie dürfen wir uns dieses Arbeitsgebiet vorstellen?

Nicht alles ist ein Projekt, man kann aber allgemein unterscheiden zwischen einerseits den auf die Kunden ausgerichteten Themen, wie Akquise und Kundenbetreuung, und andererseits den firmeninternen Themen. Hierzu gehören das Entwickeln von Kunden- und Wachstumsstrategien, Reporten/Controlling der Verkaufszahlen, Durchführen von Verbesserungsprojekten usw. Hinzu kommt die Betreuung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Jeden Tag anders als ich morgens geplant hatte…. Es ist immer eine bunte Mischung aus den oben genannten Themen, wobei man versucht keinen der vielen Bälle, die man gerade jongliert, auf den Boden fallen zu lassen. Unsere Kunden sind OEMs, Engineeringdienstleister, Tier1, Ingenieurbüros usw. Wir liefern Lösungen für die Entwicklungsbereiche, d.h. wir sind weder im Seriengeschäft noch im Privatkundengeschäft. Unsere Verkaufstätigkeit ist sehr technisch geprägt.

Ist es für eine Frau schwieriger in einem eher männerdominierten Berufsfeld zu arbeiten? Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht?

Nein, es ist nicht schwieriger. Jeder Beruf hat seine Vor- und Nachteile. Zum Glück gibt es heutzutage, wenn überhaupt, nur noch wenige, die Frauen keine technische Tätigkeit zutrauen.  Ich habe bisher auch nur positive Erfahrungen gemacht. Man fällt natürlich als Frau in einem männerdominierten Unternehmen schneller auf, aber das kann gerade in einem Großkonzern auch von Vorteil sein. Schwierig wird es aus meiner Sicht erst, wenn das Thema "Karriere" dazukommt. Das ist aber auch wieder unabhängig von der Technik.

Welche besonderen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen braucht man für dieses Berufsprofil?

In meinem Bereich ist es auf jeden Fall sehr hilfreich, in irgendeiner Form zuvor mit unseren Produkten und Lösungen gearbeitet zu haben, da das Portfolio doch sehr komplex ist. Grundsätzlich gilt für den technischen Verkauf, dass die Liebe zur Technik und gleichzeitig zur Kommunikation da sein muss. Eine gute Menschenkenntnis hilft ebenfalls. Der Rest ist ganz viel Erfahrung.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit am meisten?

Die Vielfalt an allem, was ich mag.

Sind Sie in Projekten/Maßnahmen aktiv, die es sich zum Ziel gesetzt haben, junge Menschen für MINT zu begeistern? Wenn ja, wie versuchen Sie, dieses Ziel umzusetzen?

Leider nicht mehr. Allerdings versuche ich immer auch im privaten Umfeld Mädchen und Frauen für diese Themen zu interessieren.

Wie schaffen Sie es, Beruf und Familie zu vereinbaren?

Da gibt es keine Faustregel. Die Anforderungen verändern sich stetig und es gibt leider auch Zeiten, die nicht so glatt laufen. Aber natürlich auch andersherum. Grundsätzlich geht glaube ich alles, worüber man sich als Paar einig ist und das dadurch der (hoffentlich vorhandene) Partner auch unterstützt. Das fängt an bei dem Umfang der Berufstätigkeit, geht über Größenordnung der Reisetätigkeit und hört bei grundsätzlichen Fragen der Mobilität (Umzug, Ausland,..) auch noch nicht auf.

Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich für Ihre eigene Karriere?

Auch diese Ziele verändern sich. Grundsätzlich stelle ich mich gerne neuen Herausforderungen.

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