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Technik

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Interview von Gabriele

Gabriele Hantschel ist seit 2007 als Services Managerin im Vertriebsbereich bei IBM Deutschland GmbH in Köln tätig. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Studienwahl

Nach ihrem Schulabschluss entschied sich Gabriele Hantschel zunächst für ein Pharmaziestudium in Braunschweig, da sie Arzneimittelforschung spannend fand. Im ersten Semester merkte sie jedoch schnell, dass sie andere Fächer mehr interessierten, und brach das Studium ab. Das anschließende halbe Jahr nutze sie einerseits für ein Praktikum in einer Bank, andererseits für die gezielte Suche nach einem Studienfach, welches „nicht zu weit weg von Technik sein sollte“. Durch das Praktikum konnte sie sich Wissen in der Betriebswirtschaftslehre aneignen, was ihr durchaus gefiel. Dennoch, „nur BWL oder Jura wäre mir zu trocken gewesen.“ So folgte das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der TU Karlsruhe. Gerade die Kombination aus Wirtschaftswissenschaften wie BWL, VWL und Statistik sowie dem technischen Grundwissen von Physik, Mathematik und Informatik gefiel Gabriele Hantschel sehr gut. „Man hat breit gefächerte Zukunftsaussichten, egal wo man einsteigt, ob in der Industrie, in der Softwareentwicklung oder der Beratung.“

Am Ende des Studiums war sich Gabriele Hantschel über ihre zukünftige berufliche Tätigkeit noch nicht ganz sicher. Durch Nebenjobs, Kontakte und verschiedene Bewerbungen standen ihr viele Möglichkeiten offen. Ihre Diplomarbeit schrieb sie z. B. am Fraunhofer Institut und hatte dort Aussichten über Projekte weiterarbeiten zu können. Für ihre Bewerbungsphase ließ sich Gabriele Hantschel Zeit. Ihr war wichtig herauszufinden, auf was sie sich beruflich konzentrieren möchte.

Karriere

Während des Studiums hat sie bei einer Consultingfirma gearbeitet und konnte somit Erfahrungen in einer beratenden Tätigkeit sammeln, womit sie bei der KPMG Unternehmensberatung in Frankfurt punkten konnte, als sie sich um eine Consultingposition bewarb. Acht Jahre arbeitete Gabriele Hantschel bei KPMG, die letzten 5 Jahre als Managerin im Finanzsektor und baute eine Abteilung für die Beratung und Implementierung von Standardsoftware im Medienwesen auf mit 10 Mitarbeitern. Es folgten vier Jahr bei Cambridge Technology Partners, heute Novell, als Client Partnerin für den Bereich Electronic Business. Als sie dann zu Microsoft nach München wechselte, übernahm sie zunächst die Standortleitung für Beratung, Infrastruktur, Development und damit den Vertrieb von Softwareberatung und –umsetzung der Programme, um schließlich durch eine Umstrukturierung diese Aufgaben deutschlandweit zu übernehmen; mit ca. 120 Mitarbeitern. Seit 2007 ist Gabriele Hantschel schließlich bei IBM als Services Managerin in Köln tätig und verantwortlich für den Bereich Mitte in Deutschland mit ca. 20 Mitarbeitern.     

Mit der Erfahrung verschiedener beruflicher Positionen und Ebenen rät Gabriele Hantschel jungen Frauen: „Wenn man spürt, dass es karrieremäßig nicht weitergeht, horizontal oder auch vertikal, sollte man das Unternehmen verlassen.“

Einsatz für MINT

Neben ihrem Beruf setzt sich Gabriele Hantschel stark für Frauen ein. Seit 1990 ist sie Mitglied des European Women’s Management Development (EWMD) International Network, welches sich für die Arbeitsqualität und Gleichstellung von Frauen einsetzt. Für die EWMD war sie u. a. international Repräsentantin für Deutschland (1992-1996) und internationale Präsidentin (2003-2005). Zudem sitzt sie seit 2005 im Beirat für WoMenPower auf der Hannover Messe. Sie ist auch Vorsitzende der Helga-Stöder-Stiftung und engagiert sich in der Öffentlichkeit mit Vorträgen und Publikationen zu Mixed Leadership. Weiterhin ist sie Jurymitglied des Gütesiegels für Familienorientierung der Diakonie in Bayern. Studentinnen und Berufseinsteigerinnen unterstützt sie durch verschiedene Mentoring-Programme. So betreute sie erfolgreich schon mehrere Mentees, auch bei Microsoft und IBM. Als Vorteile der vielen Nebenaktivitäten sieht sie nicht nur das Üben und Realisieren verschiedener Aufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit, Organisation von Projekten, Vorträge halten und Ideen verwirklichen, sondern vor allem das Knüpfen von Kontakten.

Persönliches Statement

Ihre persönlichen Netzwerke haben ihr selbst, sowohl im Arbeitsleben, wie auch im Privaten schon oft geholfen. So konnte sie entscheidende Positionswechsel erreichen und hatte stets Helfer bei ihren Umzügen. „Das ist dann immer recht einfach, weil man Anknüpfungspunkte hat. Ich bin da ein großer Verfechter von Netzwerken.“ Gerade als Mutter im Beruf sind Netzwerke unbedingt notwendig, um  die wenig verbleibende Zeit effektiv und effizient für die Kinder zu verwenden und damit eine zufriedenstellende Work–Life-Integration zu erreichen.

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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