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Technik

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Interview von Diana

Diana Fischer ist 27 Jahre alt und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg- Essen. Sie hat Bauingenieurwesen studiert und findet, dass es in Männerberufen oftmals von Vorteil sein kann ein bisschen mehr „Mädchen“ zu sein.

Was und an welcher Hochschule haben Sie studiert?

Bauingenieurwesen an der Universität Duisburg-Essen.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren? Haben Sie erst eine andere Richtung eingeschlagen?

Der Wunsch, etwas zu erlernen, in dem mathematisches Können/Interesse in der Realität angewendet werden kann.

Hatten Sie vor oder während des Studiums bereits praktische Erfahrungen in Form von Nebenjobs, Ferienjobs, Teilnahme am Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag, Praktika, Werkstudentinnentätigkeiten?

Ich habe vor dem Studium ein Praktikum bei der Stadtverwaltung meiner Heimatstadt gemacht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich aber schon dafür entschieden, Bauingenieurwesen zu studieren.

Waren Sie in bestimmte Netzwerke oder Hochschulprogramme involviert, die Sie unterstützt haben?

Ich habe mich während meines Studiums sehr aktiv in der Fachschaft eingesetzt. Hier war ich insbesondere im Fachbereichsrat und Prüfungsausschuss tätig, was mir einerseits den Umgang mit den Professoren erleichtert hat (das sind auch nur Menschen…), zum anderen konnte ich so aber auch aktiv mein Studium bzw. meine Studienbedingungen mitgestalten. Da ich der erste Bachelor-Jahrgang in meinem Studiengang an unserer Uni war, hat das sicherlich vieles erleichtert. Und nicht zuletzt gab es in der Fachschaft auch einen sehr engen Zusammenhalt und immer ausreichend Studierende höherer Semester, die einen beim Lernen unterstützen konnten.

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt ob sie in einem MINT-Fach studieren soll?

Macht das was euch Spaß macht, unabhängig von „das ist doch ein Männer-Beruf“ und ähnlich blöden Sprüchen. MINT-Jobs sind unglaublich vielseitig, und ich bin mir sicher, dass jede in diesem Bereich ihr Themengebiet findet, in dem sie ihre Qualität zeigen kann. Und Qualität setzt sich am Ende immer durch.

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit...

meiner Promotion, meinem Freund, Tieren, Musik hören, Sport und und und…

Wo arbeiten Sie?

Universität Duisburg-Essen

In welcher Position arbeiten Sie?

wissenschaftliche Mitarbeiterin

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit und wie dürfen wir uns dieses Arbeitgebiet vorstellen?

Ich bin zum Einen in der Lehre tätig, das heißt ich betreue Übungsveranstaltungen und Seminare, helfe Studierenden bei der Bewältigung der ihnen gestellten Aufgaben und gebe darüber hinaus schreiben zahlreiche Studierende bei mir ihre Bachelor- und Masterarbeiten zu forschungsrelevanten Themen.
Zum Anderen bin ich selber in der Forschung tätig. Ich bearbeite also Fragestellungen zu den Themen „Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit, Baubetrieb, Stahlbau, Recycling usw.“ Die Fragestellungen kommen sowohl aus der Wirtschaft selbst, d.h. Unternehmen oder Vereine treten an uns heran und geben uns einen Forschungsauftrag, aber wir bearbeiten auch Ausschreibungen von öffentlichen Behörden wie dem Umweltbundesamt oder Bundesministerien.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Ich bin überwiegend in meinem Büro am Schreibtisch tätig. Dort bearbeite ich meine Projekte zusammen mit studentischen Hilfskräften und Kollegen, und bin natürlich auch als Ansprechpartnerin für die Studierenden erreichbar. Manchmal haben wir auch Termine außerhalb, aber das ist (leider) eher selten.

Ist es für eine Frau schwieriger in einem eher männerdominierten Berufsfeld zu arbeiten? Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht?

Ganz klar: NEIN! Ganz im Gegenteil kann ich aus meiner (mit 1,5 Jahren bislang sehr kurzen) Berufserfahrung sagen, dass es sich hin und wieder lohnt, ein wenig mehr „Mädchen“ zu sein. Männer lieben es, Dinge zu erklären. Und allein durch das Zuhören kann jede Frau schon unendlich viel von ihren Kollegen (natürlich auch von Kolleginnen) lernen. Es gibt jedoch auch Bereiche, in die ich als Frau nicht gehen wollen würde. Beispielsweise in die Bauleitung, also Baustellen betreuen während die Bauwerke entstehen. Dieser Job ist unglaublich schnelllebig, das Leben ist gekennzeichnet von der Arbeit an unterschiedlichen Orten… mit vielen verschiedenen Handwerkern, vor denen Frau sich immer wieder aufs Neue beweisen muss. Mir persönlich wäre das zu anstrengend. Aber das kann jede für sich entscheiden. Wichtig ist meiner Meinung nach nur, an sich und seine Stärken zu glauben, und sich auch auf diese zu konzentrieren.

Welche besonderen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen braucht man für dieses Berufsprofil?

Vorkenntnisse: keine
Fähigkeiten: Das Verstehen von logischen Zusammenhängen wäre nicht schlecht.
Interessen: Ein gewisser Hang zur Mathematik/Technik sollte da sein. Vielleicht auch gerne basteln/bauen/handwerkern?

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit am meisten?

Dass ich am Anfang meines Studiums nie gedacht hätte, irgendwann im Bereich „Nachhaltigkeit“ zu landen. Ursprünglich wollte ich Statikerin werden und Gebäude berechnen damit sie nicht einstürzen. Und wer weiß, vielleicht wird nächste Woche wieder alles anders und ich bin in einem völlig neuen Tätigkeitsbereich aktiv… Egal was kommt, ich weiß, dass es mir Spaß machen wir. Ich liebe meinen Job!

Sind Sie in Projekten/Maßnahmen aktiv, die es sich zum Ziel gesetzt haben, junge Menschen für MINT zu begeistern? Wenn ja, wie versuchen Sie, dieses Ziel umzusetzen?

Leider bisher nicht in dem Rahmen, den ich mir für mich selbst und für andere wünschen würde. Oftmals scheitert es aus Zeitmangel (mittlerweile ist es Freitagabend, 23:24 während ich das hier schreibe – keine Angst, ich arbeite nicht wirklich so lange, ich bin schon zuhause), oder auch an einem passenden Angebot. Ich würde beispielsweise gerne in schulen über das Berufsbild eines Bauingenieurs bzw. insbesondere einer Bauingenieurin aufklären, aber bislang habe ich mich noch nicht dazu aufraffen können, hier selbst aktiv auf Schulen zuzugehen.

Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich für Ihre eigene Karriere?

Ich möchte gerne in einigen Jahren mit meinem eigenen Ingenieurbüro erfolgreich sein.

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