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Mathematik

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Interview von Kathrin

„Man sollte sich nicht abschrecken lassen, dass mathematisch, naturwissenschaftliche oder technische Fächer als schwer gelten“ meint die 43-jährige Kathrin, Professorin für Maschinenbau.

Was und an welcher Hochschule haben Sie studiert?

Mathematik an der Universität Hannover.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren?

Es sind einige Dinge, die da zusammengekommen sind. Mir war nach dem Abitur ziemlich klar, dass ich studieren möchte. Was es aber letztlich werden sollte, darüber war ich mir noch unschlüssig. Zur Auswahl standen Mathematik, ein technischer Studiengang (z.B. Maschinenbau), aber auch Sozialwissenschaften oder Sozialpädagogik. Ich war dann erstmal ein Jahr im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres in Brasilien. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich keinen sehr praktischen Studiengang wählen wollte. Ich bin doch eher jemand der mit dem Kopf (oder heute mit dem Computer) arbeitet und weniger mit den Händen. Dadurch tendierte ich dann sehr zur Mathematik. Außerdem habe ich mir gesagt, dass ich besser eine Richtung einschlage, bei der man ziemlich sicher ausreichend Geld zum Leben verdient. Soziales Engagement ist ja auch in der Freizeit möglich, dachte ich mir. Waren Sie in bestimmte Netzwerke oder Hochschulprogramme involviert, die Sie unterstützt haben? Ich habe mein ganzes Studium durch im Fachschaftsrat gearbeitet. Das war sehr hilfreich, wenn es darum ging Arbeitsgruppen zu finden oder Informationen von höheren Semestern zum Beispiel zu bestimmten Professoren zu bekommen. Außerdem hat es den Blick geweitet (man wird nicht so sehr zum Fachidioten).

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt ob sie in einem MINT-Fach studieren soll?

Entscheidend ist immer etwas zu machen, von dem man meint, dass es Spaß macht. Man sollte sich nicht abschrecken lassen, dass mathematisch, naturwissenschaftliche oder technische Fächer als schwer gelten. Letztlich sind die Fachgebiete die schwersten, durch die man sich quälen muss, weil man kein Interesse daran hat. Wichtig ist im Studium sich schnell eine Gruppe zu suchen, mit der man zusammen lernt.

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit…

...meinen Kindern. Für andere Dinge bleibt nicht mehr so viel Zeit. Ansonsten reise ich sehr gerne. Außerdem fahre ich gerne Fahrrad, am Liebsten durch schöne, natürliche Landschaften.

Wo arbeiten Sie?

Seit drei Jahren bin ich Professorin für Maschinenbau an einer Fachhochschule. Davor habe ich zehn Jahre in der Industrie gearbeitet. Nach der Promotion war ich fünf Jahre bei der Continental AG in Hannover. Danach war ich in Italien bei Ferrari SpA beschäftigt. Ich habe mitgearbeitet an der Optimierung des Fahrzeuges für Michael Schuhmacher in der Formel 1.

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit und wie dürfen wir uns dieses Arbeitgebiet vorstellen?

Interessanter als die aktuellen Projekte sind die Arbeiten, die ich in der Industrie gemacht habe. Ich habe im Bereich der Simulation gearbeitet. Es ging immer darum, den Reifen besser berechenbar zu machen. Als normaler Autofahrer wird einem nicht klar, das die Reifen zu den komplizierteren Teilen am Fahrzeug gehören. Wo an anderen Stellen der PKW-Entwicklung schon sehr viel am Computer entwickelt wird, da wird in der Reifenentwicklung immer noch ausprobiert und getestet. Ich habe daran gearbeitet, die Berechnungsmöglichkeiten zu verbessern, damit schneller und effizienter Entwickelt und Optimiert werden kann.

Ist es für eine Frau schwieriger in einem eher männerdominierten Berufsfeld zu arbeiten? Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht?

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Es ist auch heute noch so, dass es einige Männer gibt, die Frauen auf technischem Gebiet nichts zutrauen. Glücklicherweise musste ich mit solchen Menschen selten eng zusammenarbeiten. Man wird sich sehr schnell bewusst, dass man innerhalb der Gruppe eine Sonderstellung hat. Das hat nicht nur Nachteile. Man wird in Meetings immer wahrgenommen. Häufig sind die Kollegen erstmal freundlich und nett. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich fachlich immer ernst genommen wurde. Schwieriger ist es, wenn es darum geht Führungspositionen zu bekommen.

Sind Sie in Projekten/Maßnahmen aktiv, die es sich zum Ziel gesetzt haben, junge Menschen für MINT zu begeistern? Wenn ja, wie versuchen Sie, dieses Ziel umzusetzen?

Ich stehe als MINT-Role Model zur Verfügung.

Wie schaffen Sie es, Beruf und Familie zu vereinbaren?

Hier liegt einer der Vorteile der Professur. Durch die freie Zeiteinteilung und die Möglichkeit von zuhause zu arbeiten, kann ich die Arbeitseinteilung optimieren. Ich habe zum Beispiel die Möglichkeit zu arbeiten, wenn meine Kinder im Bett sind.

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